Amtliche Bekanntmachungen
25.01.2012 Wirtschaftsplan 2012
Öffentliche Bekanntmachung des Wirtschaftsplanes des Zweckverbandes Wasser/Abwasser Boddenküste für das Jahr 2012
Gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 5 der Eigenbetriebsverordnung i.V.m. § 64 der Kommunalverfassung hat die Verbandsversammlung des Zweckverbandes2) durch Beschluss vom 23.11.2011 – und mit Genehmigung der Rechtsaufsichtsbehörde des Landkreises OVP 3) - den Wirtschaftsplan für das Wirtschaftsjahr 2012 festgestellt:
1. Es betragen
1.1 im Erfolgsplan EURO
die Erträge 10.360.000
die Aufwendungen 10.029.000
der Jahresgewinn 331.000
der Jahresverlust 0
1.2 im Vermögensplan
die Einnahmen 7.003.000
die Ausgaben 8.834.000
2. Es werden festgesetzt
2.1 der Gesamtbetrag der Kredite für Investitionen: 1.046.000
wird hiervon abweichend in Höhe von 246.000
genehmigt. Die Genehmigung für den Bau
der Kläranlage Lubmin anteilig eingeplanten Kreditsumme
in Höhe von 800.000
wird zurückgestellt.
2.2 der Gesamtbetrag der Verpflichtungsermächtigungen auf 800.000
2.3 der Höchstbetrag der Kassenkredite auf 500.000
Die rechtsaufsichtliche Genehmigung wurde am 12.12.2011 erteilt 3).
Der Wirtschaftsplan 2012 liegt im Zeitraum vom 06.02. – 17.02.2012 innerhalb der Geschäftszeiten zur Einsichtnahme in den Räumen des Zweckverbandes Wasser/Abwasser Boddenküste, Kastanienweg 2, 17498 Diedrichshagen, aus.
Ausgefertigt, am 16.12.11
gez. Dr. Michael Harcks
Verbandsvorsteher
25.01.2012 Lagebericht zum Wirtschaftsjahr 2010
1.Rahmenbedingungen
Der ZWAB nimmt für seine Mitgliedsgemeinden die Aufgaben der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung wahr. Das Verbandsgebiet des ZWAB umfasst den gesamten ländlichen Bereich um die Hansestadt Greifswald im Bereich des Amtes Landhagen, des Amtes Züssow, des Amtes Lubmin, sowie zum Teil des Amtes Peenetal Loitz.
Der ZWAB bestand Ende 2010 aus 29 Mitgliedsgemeinden. Die Gesamtanzahl der Einwohner im Verbandsgebiet betrug Ende 2010 30.753 EW (Vorjahr 31.169 EW).
Besonderheiten in der Aufgabenwahrnehmung bestehen in folgenden Gemeinden:
- Für die Gemeinden Gribow, Lüssow, Bandelin, Kölzin und die Ortsteile der Stadt Gützkow erfolgte die Aufgabenübertragung nur für die Abwasserentsorgung.
- Die Gemeinden Görmin und Sassen- Trantow haben mit Beitritt zum ZWAB die Aufgaben der Abwasserentsorgung und Trinkwasserversorgung übertragen. Durch bestehende Verträge wird die Betriebsführung in der Trinkwasserversorgung jedoch durch die Stadtwerke Loitz wahrgenommen.
Dienstleistungen nimmt der ZWAB in der Abwasserentsorgung für die Gemeinde Wüstenfelde wahr.
Der ZWAB führt die Betriebsführung mit eigenem Personal durch. Zum Ende 2010 wurde der Betrieb mit 37,5 Mitarbeitern abgesichert:
Betriebsleiter 1 Mitarbeiter
Verwaltung 18,5 Mitarbeiter
gewerblicher Bereich Trinkwasser 9 Mitarbeiter
gewerblicher Bereich Abwasser 9 Mitarbeiter
2.. Darstellung des Geschäftsverlaufes
In der Investitionstätigkeit des ZWAB gab es in 2010 mit Ausnahme der Vergabe für den Neubau der Kläranlage Lubmin (Baukosten ca. 10 Mio. Euro) keine herausragenden Einzelinvestitionen. Die Neuinvestitionen verteilten sich vielmehr wie schon im Vorjahr auf eine Vielzahl von kleineren Investitionen vornehmlich im Bereich Trinkwasser. Typische Investitionen hier sind weiterhin der Ersatz von alten Stahlleitungen oder Investitionen in neue Trinkwasserleitungen im Zuge von Straßenbaumaßnahmen.
Im laufenden Haushalt sind die Umsatzerlöse in der Sparte Abwasser um ca. 233 T€ gestiegen. Hauptgrund hierfür ist die Anhebung der Grundgebühr zum 01.01. des laufenden Geschäftsjahres. In der Sparte Trinkwasser erhöhten sich die Umsatzerlöse um ca. 71 T€.
Hauptgrund ist auch hier die Anhebung der Grundgebühr zum 01.01. des laufenden Geschäftsjahres.
Bei den Kosten besteht in der Abwasserentsorgung weiterhin eine relativ feste Kostenstruktur. Veränderungen ergeben sich wie in den letzten Jahren in erster Linie durch Veränderungen von Preisen beim Material, Energiebezug oder durch Tarifsteigerungen beim Personal bzw. tendenziell durch erhöhte Anforderungen an die Wartung und Instandhaltung in Folge der allgemeinen Anlagenalterung. Als neue zusätzliche Kostenposition ist die Kanaldichtheitskontrolle hinzugekommen. Nach Ablauf entsprechender Fristen seit der Herstellung des entsprechenden Anlagenbestandes wird sich diese Kostenposition mit ca. 50 T€/a über die nächsten Jahre ebenfalls verstetigen. Insgesamt liegt das Spartenergebnis mit ca. 232 T€ deutlich im positiven Bereich. Ein positives Jahresergebnis ist auch erforderlich da die Abschreibungen allein nicht ausreichen um die Finanzierung der Kredittilgung und der Auflösung von Sonderposten sicher zu stellen. Ein in den vergangenen Jahren andauernder Rechtstreit zum Einleitpreis KA Jarmen konnte über ein Schiedsgericht im laufenden Geschäftsjahr zufriedenstellend gelöst werden.
In der Trinkwasserversorgung besteht bezüglich der Kostenstruktur und der Gründe für Kostensteigerungen eine vergleichbare Situation wie in der Abwasserentsorgung. Substantielle Veränderungen gab es durch die Überführung des Zählerwechsels aus dem Vermögenshaushalt in den Erfolgshaushalt. Durch diese Maßnahme verringerten sich die aktivierbaren Leistungen um ca. 70 T€ und die Jahreskosten erhöhten sich um ca. 50 T€. Auch diese strukturelle Veränderung in den Einnahmen/Kosten wird sich dauerhaft verfestigen Das Spartenergebnis ist mit ca. 7 T€ positiv.
Über das betriebliche geografische Informationssystem konnte die Revision im Bereich des Anlagenbestandes und dessen räumliche Zuordnung weiter vorangebracht werden. Digital erfasst sind ca. 100 % des Anlagevermögens Abwasser und ca. 80 % des Anlagevermögens Trinkwasser. Die Schwierigkeiten bei der Erfassung des Restvermögens Trinkwasser sind u. a. fehlende Bestandsunterlage bei Altanlagen, so dass eine zeitaufwendige ortsbezogene Aufklärung für den Restbestand erforderlich ist.
Durch das altersbedingte Ausscheiden von ca. 1/3 des Personalbestandes bis zum Jahr 2014 wurde das im Jahr 2009 fortgeschriebene Personalkonzept weiter umgesetzt. Bis zum Jahr 2014 wird sich der Personalbestand in der Folge auf 34 – 35 Mitarbeiter reduzieren.
3. Risikobericht
Wirtschaftliche Risiken für die künftige Entwicklung bestehen durch folgende Vorgänge:
- Neubau der Kläranlage Lubmin an einem anderen Standort infolge der Entwicklung eines bedeutenden Industriestandortes im Bereich der Energiewerke Nord GmbH am jetzigen Standort der alten Kläranlage Lubmin
- Einwohnerentwicklung
- Gebietsreform im Bereich Hansestadt Greifswald und Umlandgemeinden
Zum Gesamtbereich des Risikomanagement ist im aktuellen Organisationshandbuch eine Reihe von Einzeldokumenten vorhanden. Die vorgesehene Zusammenfassung relevanter Einzeldokumente zu einem zentralen Dokument für das Risikomanagement ist noch nicht vollzogen.
Vorgänge von besonderer Bedeutung sind:
- Wasserlieferverträge mit der WWG, der Energiewerken Nord GmbH und den Zweckverband Wasserversorgung & Abwasserbeseitigung Insel Usedom, Ückeritz
- Abwassereinleitverträge Abwasserwerk Greifswald
- Wasserlieferungsvertrag ZWAB – Stadtwerke Loitz
- Abwassereinleitvertrag Zweckverband Demmin/Altentreptow sowie mit dem ZV Wolgast Festland
4. Prognosebericht
Die voraussichtliche Entwicklung des Verbandes wird weiterhin durch zwei wesentliche Elemente bestimmt. Zum einen muss bei den Verkaufsmengen durch die negative Einwohnerentwicklung mit rückläufigen Verkaufsmengen gerechnet werden. Des weiteren werden sich die Kosten für die Anlagenunterhaltung mit zunehmendem Alter der Anlagen weiter erhöhen.
Resultierend aus dieser Einschätzung bleibt ein merklicher Schuldenabbau in den nächsten Jahren eine zentraler Schwerpunkt des wirtschaftlichen Handelns. Der Rückgang der Zinsbelastungen durch den Schuldenabbau soll gemeinsam mit dem geplanten reduzierten Personalbestand und einer moderaten Gebührenentwicklung die notwendigen Voraussetzungen zur Bewältigung der vorgenannten Herausforderungen schaffen.
Die genannten Grundsätze sind bereits in der langfristigen Planung des Verbandes bis zum Jahr 2020 verankert.
Konkret ist aus dieser Planung erkennbar, dass sich Neuinvestitionen über Kredite zukünftig auf einem geringen Niveau bewegen werden. Des weiteren ist erkennbar, dass sich die jährliche Tilgungsrate auf Grund einer Reihe von annuitätischen Darlehen über die Jahre so erhöht, dass die planmäßige Abschreibung nicht mehr ausreicht die Kredittilgung und die Auflösung von Zuschüssen und Beiträgen zu finanzieren. Da der Zweckverband jedoch an einer hohen Tilgungsrate festhalten will, sollen zusätzliche Eigenmittel für die Kredittilgung durch Gewinne erwirtschaftet werden.
Vorgenannte Aussagen gehen von der aktuellen Verbands- und Anlagenstruktur aus. Absehbare Entwicklungen, wie die angestrebte Ansiedlung von Gewerbe und Industrie am Standort in Lubmin, sind zurzeit noch nicht berücksichtigt. Ebenso nicht berücksichtigt in dieser Aussage sind eventuelle Veränderungen in der Verbandsstruktur durch die zurzeit auf Landesebene vorbereitete Gebietsreform. Sofern belastbare Grundlagen vorliegen, werden diese in die Planung eingearbeitet.
gez. Dr. Harcks
Verbandsvorsteher
