Pressemitteilungen
25.01.2012 Erstes Ja zur Fursion der Wasser-Zweckverbände
(OZ) -
Wolgast — Die geplante Fusion der Wasser/Abwasser-Zweckverbände Boddenküste (ZWAB Diedrichshagen) und Festland Wolgast ist zumindest auf Seiten des ZWAB beschlossene Sache. Die Verbandsversammlung, beschließendes Gremium der 29 ZWAB-Mitgliedskommunen, stimmte einem Zusammenschluss beider Verbände zum 1. Januar 2013 zu.
Anders reagierte in dieser Woche das Mitgliedergremium des Zweckverbandes Wolgast-Festland: Sie vertagte ihre Abstimmung zum Thema auf Mitte Dezember. Zuvor hatte Lassans Bürgermeister, Fred Gransow, beantragt, sich bis dahin den ZWAB-Jahresabschluss für 2010 anzusehen. Sowohl Gransow als auch die anderen Gegner einer sofortigen Abstimmung ließen keinen Zweifel daran, dass sie Gespräche mit dem Ziel, die Bedingungen für einen Zusammenschluss der Zweckverbände auszuloten, durchaus befürworten. So folgte man in Wolgast denn auch aufmerksam den Erläuterungen von Dr. Michael Harcks, Vorsteher des ZWAB.
Harcks machte deutlich, dass der von ihm geleitete Verband mit 26 000 Einwohnern im Einzugsgebiet der Trinkwasserversorgung (Wolgast-Festland: 16 000) nicht nur ob dieser Zahl ein starker Partner wäre. Die drei Wasserwerke in Lodmannshagen, Dersekow und Levenhagen würden eine hohe Versorgungssicherheit garantieren, zudem stelle das in Lubmin derzeit im Bau befindliche Abwasserklärwerk noch für Jahre den höchsten Standard auf diesem Gebiet dar. Da die Zehn-Millionen- Euro-Investition bei Lubmin allein durch das Schweriner Wirtschaftsministerium und private Investoren gestemmt werde, so Harcks, kämen auf den ZWAB und seine Kunden keine damit verbundenen Kosten zu. Auch der künftige Partner müsse nicht damit rechnen, dafür zur Kasse gebeten zu werden.
Michael Harcks geht davon aus, dass die Versammlung des Wolgaster Zweckverbandes für die Aufnahme von Fusionsverhandlungen stimmen wird. „Nur größere und damit stärkere Zweckverbände können künftig privaten Großunternehmen oder Stadtwerken Paroli bieten und ihren Kunden Gebühren sichern, die zumindest nicht weiter steigen“, stellte er in Wolgast klar.
Vor zwei Wochen schon hatte der Vorsteher des Zweckverbandes Festland-Wolgast, Wolgasts Bürgermeister Stefan Weigler, die Mitarbeiter des Unternehmens über die Fusionsabsicht informiert.
Betriebsbedingte Kündigungen schloss Weigler da aus. Nicht so die Absicht, durch die Fusion mittelfristig die Personalkosten zu minimieren. Durch Ruhestands- und Altersteilzeitregelungen wolle man über kurz oder lang 10 Stellen abbauen, was nach heutigem Maßstab einer Kostenersparnis von einer halben Million Euro jährlich entspreche.
27.09.2011 Wasser-Zweckverbände rebellieren gegen Netzagentur
Bad Doberan (OZ) – Die öffentlich-rechtliche Wasserwirtschaft in MV rebelliert gegen die Bundesnetzagentur. „Eine Regulierung des Wassermarktes kommt für uns nicht infrage“, sagt Klaus Rhode von der Kooperationsgemeinschaft Wasser und Abwasser MV (KoWA). Der Verband reagiert damit auf die Forderung von Netzagentur-Chef Matthias Kurth, der durch Regulierung eine Senkung der Wasserpreise erreichen will. „Dazu müsste Herr Kurth erst einmal die Gesetze ändern“, meint Rhode.
Der Verband, dem acht Wasserversorger mit rund 350 000 Kunden angehören, verwahrt sich dagegen, dass die Bundesbehörde sich in öffentlich-rechtliche Belange einmischt. Kurth hatte unlängst verlangt, wie bei Strom und Gas den Wassermarkt nach einheitlichen Kriterien zu ordnen. „Netzagentur und Kartellbehörden sind für die Privatwirtschaft zuständig, nicht für den öffentlich-rechtlichen Bereich“, macht Rhode deutlich.
„Will Herr Kurth mit solchen Forderungen mehr Privatisierung in der Branche erreichen?“, fragt Eckhard Bomball vom Zweckverband Grevesmühlen, der für die Wasser- und Abwasserversorgung von rund 45
000 Einwohnern in Grevesmühlen und 30 Gemeinden Nordwestmecklenburgs zuständig ist.
Rund 80 Prozent der deutschen Wasserversorger sind laut Allianz der öffentlichen Wasserwirtschaft (AÖW) in öffentlich-rechtlicher Hand. Der Trend zur Privatisierung sei überholt. „Die Entwicklung zeigt, dass das nicht immer erfolgreich ist“, sagt AÖW-GeschäftsführerinChrista Hecht. „Privatisierungen werden bereits rückgängig gemacht.“ Beispiele dafür seien Paris und Stuttgart.
Im Unterschied zur wirtschaftlich agierenden Wasserbranche, zu der in MV Stadtwerke und Eurawasser Nord in Rostock gehören, dürfen Zweckverbände keinen Gewinn erwirtschaften. „Fallen in einem Jahr Überschüsse an, kommen die als Gebührensenkung den Kunden zugute“, so Rhode, auch Chef des Zweckverbandes Kühlung in Bad Doberan.
Die Netzagentur hatte die regional stark schwankenden Wasser- und Abwasserpreise u. a. auf unzulängliche Kontrolle zurückgeführt (OZ berichtete). Rhode weist diese Behauptung zurück: „Wir unterliegen der Kommunalaufsicht. Unsere Entgelte und Kalkulationen werden häufiger geprüft, als jede Landes- oder Bundesbehörde das könnte.“ Zudem habe jeder Kunde das Recht, Widerspruch einzulegen und seinen Gebührenbescheid gerichtlich prüfen zu lassen.
Die Verbände sperren sich nicht gegen Transparenz. Sie plädieren sogar für eine einheitliche Preisprüfung aller Versorger — auf Basis des Kommunalabgabengesetzes, „um gleiche Verhältnisse für Gebühren und Preise zu erreichen“.
Insgesamt ist Wasser in MV deutlich teurer als im Bundesdurchschnitt. Mit 516 Euro pro Jahr liegt der Durchschnitts-Haushalt über dem Bundesschnitt von 441 Euro bei einem Jahresverbrauch von 80 Kubikmetern Wasser/Abwasser. Am niedrigsten sind die Kosten in Bayern (324 Euro), am höchsten in Sachsen-Anhalt (590).
13.09.2011 Zweckverband entscheidet zu Hochwasser-Konzept
Bad Doberan (OZ) – Der Zweckverband „Kühlung“ (ZVK) will beim Thema Hochwasserschutz Nägel mit Köpfen machen. Die Verbandsversammlung soll morgen auf ihrer Sitzung entscheiden, inwieweit der Verband eine Vorreiterrolle bei der Vernetzung der Schutzmaßnahmen in der Region übernehmen kann. ZVK-Geschäftsführer Klaus Rhode kündigte dafür ein Projekt an, das auch Leitungssysteme z.B. des Wasser- und Bodenverbandes mit berücksichtigt. Schwerpunkte des neuen Konzeptes sollen Rerik, Bad Doberan, Kühlungsborn und die Conventer Niederung sein.
Auf der offiziellen Tagesordnung steht der Punkt noch nicht. „Das wird als Tischvorlage eingebracht“, erklärte Ilona Seelmann vom ZVK gestern. Die öffentliche Sitzung beginnt morgen um 17.30 Uhr im Doberaner Verbandsgebäude, Kammerhof 4.
Viermal haben sich Bürgermeister und andere Vertreter von Gemeinden an diesem Tag auch mit Beitrags-Kalkulation und Satzungen zu befassen — bei Trink- und bei Abwasser. „Hier geht es nur um formelle Änderungen“, erklärt Seelmann. An den Kosten der Verbraucher ändere sich nichts.FP
09.09.2011 Von 94 Cent bis 2,35 Euro – Wasserpreise schwanken enorm
Rostock (OZ) – Die Unterschiede bei den Wasserpreisen in Mecklenburg-Vorpommern sind enorm: In Dargun bei Demmin bezahlen Verbraucher nur 94 Cent für den Kubikmeter Trinkwasser, in Wolgast dagegen 2,35 Euro. Bei den Grundgebühren sind die Unterschiede laut Statistischem Landesamt noch gravierender. Fast 155 Euro werden Rostocker Eurawasser-Kunden pro Jahr zusätzlich zum Verbrauch aufgeschlagen. Dagegen muten die 26 Euro in der Müritzstadt Röbel moderat an. Im Schnitt bezahlten Privathaushalte 2010 in MV 1,60 Euro pro Kubikmeter Trinkwasser plus Grundgebühr von etwa 83,50 Euro.
Richtig teuer wird es beim Abwasser: Dessen Entsorgung kostete 2010 im Schnitt 2,69 Euro pro Kubikmeter zuzüglich der Grundgebühr von knapp 88 Euro. Doch auch dabei sind die Unterschiede riesig:
Burow bei Demmin kassiert 4,79 Euro pro Kubimeter Abwasser. Die höchste Grundgebühr erhebt Divitz-Spoldershagen (Landkreis Nordvorpommern) mit 180 Euro, 41 Gemeinden dagegen verzichten darauf.
Das Schweriner Wirtschaftsministerium führt die verschiedenen Wasserpreise auf die regional sehr unterschiedlichen Bedingungen zurück. „Die Aufbereitung von Oberflächenwasser ist aufwendiger als die Entnahme aus Brunnen“, sagte Ministeriumssprecher Gerd Lange. Außerdem müssten Urlaubergemeinden oft große Kläranlagen für die Saison vorhalten. Allerdings hätten einige Zweckverbände nach 1990 auch überdimensionierte Anlagen gebaut. Lange: „Das müssen die Kunden dort nun ausbaden.“ Die Preis- und Gebührenentwicklung der Abwasserzweckverbände war auch bereits mehrfach Anlass zu Kritik durch den Landesrechnungshof. Derzeit werden „Ordnungsmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit“ im Zweckverband Festland Wolgast geprüft, bestätigte Rechnungshof-Sprecher André Bandlow.
Die Bundesnetzagentur will jetzt mit einer Regulierung des Wassermarktes dafür sorgen, dass die Wasserpreise sinken. „Ich halte es für richtig, ähnlich wie bei Strom und Gas auch den Wassermarkt nach einheitlichen Kriterien zu ordnen“, meint Netzagentur-Präsident Matthias Kurth. Er fordert vor allem mehr öffentliche Kontrolle. Laut Kurth werden die Wasserversorger von den Landeskartellbehörden „zu wenig und nicht nach einheitlichen Maßstäben kontrolliert“.
„Wir begrüßen den Ansatz, durch Transparenz und Kontrolle Preissenkungen anzustreben“, sagte Jürgen Fischer von der Neuen Verbraucherzentrale MV. Fischer geht zwar davon aus, dass mehr Wettbewerb in diesem Bereich „schwer durchsetzbar“ ist. Doch Kostenstrukturen und Quersubventionierungen könnten offengelegt werden. Seiten 2 und 5
13.10.2010 10-Millionen-Klärwerk für Lubmin
Lubmin (OZ) – Der Bau des neuen Lubminer Klärwerkes fängt gut an: Strahlend blauer Himmel, Sonne und ein Schweriner Staatssekretär mit einer dicken Förderzusage im Gepäck. Dr. Stefan Rudolph vom Wirtschaftsministerium war bewusst, dass er angesichts des Zuwendungsbescheides von 6,6 Millionen Euro für den insgesamt 10,5 Millionen Euro teuren Bau der neuen Kläranlage ein gern gesehener Gast zur Grundsteinlegung war. Er erinnerte vor den obligatorischen drei Hammerschlägen an die lange Zeit, die es gebraucht hat, das Projekt auf den Weg zu bringen. „Nutzer des Neubaus sind jetzt sowohl die Einwohner des Amtes Lubmin als auch die vielen gewerblichen Nutzer am Energiestandort, aber auch der Bodden selbst, in den das Wasser am Ende eingeleitet wird. Durch eine Ergänzung mit speziellen chemisch-physikalischen Prozessstufen werden auch industrielle Abwässer mit besonderen Belastungen ordnungsgemäß gereinigt“, betonte er.
Das Wichtigste aber: Der Neubau wird errichtet, ohne dass die Gebührenzahler vom Zweckverband Wasser/Abwasser Bodennküste (ZWAB) als Auftraggeber des Neubaus dafür zur Kasse gebeten werden. „Das war von Anfang unsere Grundforderung“, machte Verbandsvorsteher Dr. Michael Harcks deutlich.
Der Neubau war notwendig geworden, „weil die Produktion der ansässigen Betriebe eine Verdopplung der Kapazität der 12 000 Einwohnergleichwerte zählenden alten Kläranlage erforderlich macht“, erläuterte der Betriebsleiter des ZWAB, Gerhard Fenner. Die 14 Jahre alte Kläranlage mitten im Industriegebiet hätte mit erheblichem Aufwand saniert und vergrößert werden müssen. „Aber wir wären dabei einigen Investoren ins Gehege gekommen. Das wollten wir vermeiden. Der neue Standort direkt an der neuen Straße des Industriegebietes Richtung Marina ist ideal. Und dank kluger Planungen benötigen wir nur ein Drittel des Platzes der alten Kläranlage“, freut sich Fenner. Das Gelände der neuen Anlage umfasst 15 000 Quadratmeter, der biologische Teil wird lediglich 40 x 40 Meter groß, zu hundert Prozent abgedeckt und dadurch völlig geruchlos sein.
Die Reinigungsleistung des neuen Werkes beträgt 30 000 Einwohnergleichwerte und kann bei weiteren Industrieansiedlungen noch vergrößert werden. „75 Prozent des anfallenden Abwassers kommen ausschließlich von gewerblich oder gewerblich-touristischen Nutzern“, stellt der Betriebsleiter klar.
Der Neubau soll im Frühjahr 2012 fertiggestellt sein. Die Bauarbeiten begannen am 16. September, „genau einen Tag, bevor die Baugenehmigung sonst ausgelaufen wäre. Der Mitarbeiter im Amt hatte schon vorsorglich einen Bußgeldbescheid über 5000 Euro an den ZWAB verschickt“, verriet der Verbandsvorsteher — und freute sich mit allen anderen Anwesenden, dass dieser dann letztlich doch im Papierkorb landete.
Hauptauftragnehmer für den Hochbau ist der Spezialunternehmen Nobag. „Es konnten aber auch für 2,9 Millionen Euro Aufträge an namhafte Firmen aus der Region erteilt werden“, freut sich Harcks. Dazu gehören u. a. eine Tiefbaufirma aus Dersekow und eine Heizungsfirma aus Lubmin.
06.09.2010 Zweckverbände loten Kooperation aus
Vorpommern (OZ) – Die beiden Wasser-/Abwasserzweckverbände „Boddenküste“ und Festland/Wolgast führen derzeit weitere Gespräche auf der Ebene des Verbandsvorstehers und der Betriebsleitung.
Dabei, so Dr. Michael Harcks, werde sondiert, welche Chancen einer künftigen Zusammenarbeit bestehen. Mit Blick auf ständig steigende Kosten sei es unerlässlich, Synergien durch enge Kooperation zu erschließen. Nur so könne man künftig noch Rationalisierungseffekte erzielen.
(OZ vom 03.05.2010)
26.01.2010 Keime im Wasser: Weiter abkochen!
Lubmin (OZ) – Die Ursache der mikrobiologischen Verunreinigung des Trinkwassers in den Gemeinden des Amtes Lubmin (wir berichteten am Sonnabend) steht fest. „Es handelt sich um eine Wasserfassung in Lodmannshagen. Der Brunnen, der den Energiewerken Nord gehört und sich nahe einer Kuhweide befindet, hat möglicherweise tierische Fäkalien reingezogen“, erklärte gestern auf OZ-Nachfrage Gerhard Fenner, Betriebsleiter des Zweckverbandes Wasser / Abwasser (ZWAB) mit Sitz in Diedrichshagen.
Gerhard Fenner zeigte sich gestern erleichtert darüber, dass die Laboruntersuchungen mehrerer Wasserproben im Amt Lubmin zwar coliforme Keime zutage förderten, nicht aber die auf der Insel Usedom vorgefundenen Escherichia coli Keime. Diese Bakterienform, die sowohl im menschlichen als auch im tierischen Darm vorkommt, sei problematischer, könne verschiedenartige Infektionen auslösen.
Die coliformen Bakterien indes seien weniger aggressiv. Wie Fenner berichtete, schreibe die Trinkwasserverordnung einen Grenzwert von Null auf 100 ml vor, in Neu Boltenhagen ergaben die Kontrollen jedoch zwei, in Lubmin auch zwei und in Groß Ernsthof eins auf 100 ml. Aus diesem Grund werde das Trinkwasser im gesamten Amt Lubmin bis auf Weiteres gechlort, versichert der ZWAB-Betriebsleiter.
„Mittwoch früh werden dann erneut an den verschiedenen Standorten Proben entnommen und vom Greifswalder Labor untersucht“, kündigt Gerhard Fenner an. Bis Donnerstagmittag rechnet er mit den Ergebnissen. Solange bestehe in den Gemeinden des Amtes Lubmin weiterhin das Gebot, Trinkwasser zum Zubereiten von Speisen und Getränken abzukochen.
Um den Brunnen in Lodmannshagen hingegen würden sich die Energiewerke kümmern. „Er muss vom Wassernetz zunächst getrennt und desinfiziert werden“, erläutert Gerhard Fenner, „und erst wenn er wieder über einen längeren Zeitraum keimfrei ist, kann er auch wieder ans Netz.“
26.01.2010 Trinkwasser im Amt Lubmin ist verunreinigt
Lubmin (OZ) – Die Nachricht kam überraschend: „Bei einer Routinekontrolle in Usedom wurde im Trinkwasser eine mikrobiologische Verunreinigung festgestellt. Damit entspricht es nicht mehr den Anforderungen der Trinkwasserverordnung“, erklärte gestern Gerhard Fenner, Betriebsleiter des Zweckverbandes Wasser/ Abwasser Boddenküste. Da Usedom wie das komplette Amt Lubmin Trinkwasser vom Wasserwerk Lodmannshagen bezieht, „liegt der Verdacht nahe, dass auch sämtliche Gemeinden des Amtes Lubmin von dieser Kontamination betroffen sind“, sagte er. Es handelt sich also um die Gemeinden Katzow, Lubmin, Kemnitz, Kröslin, Wusterhusen, Loissin, Rubenow, Neu Boltenhagen, Brünzow, Vierow und Hanshagen.
Gewissheit für diese mikrobiologische Verunreinigung gab es gestern noch nicht, ebenso keine Erkenntnisse über die Ursache. Trotzdem habe sich die Amtsärztin des Landkreises vorsorglich eingeschaltet und angeordnet, „dem Trinkwasser Chlor zuzugeben, um es zu desinfizieren“, erläuterte Fenner. Das geschehe nun auch seit gestern. Zudem habe ein akkreditiertes Labor, das Industrie- und Umweltlaboratorium Vorpommern GmbH (IUL), sofort damit begonnen, an verschiedenen Standorten Proben zu entnehmen. „Die Ergebnisse der Untersuchung liegen frühestens Sonnabendabend vor, so dass wir Montag darüber informieren können“, kündigte der ZWAB-Chef an.
Zwar seien die Verunreinigungen nach gestrigem Kenntnisstand keineswegs lebensbedrohlich, dennoch werde dringend geraten, das Trinkwasser vor dem Zubereiten von Speisen und Getränken oder vor dem Abwaschen von Obst und Gemüse abzukochen. Selbst das Zähneputzen und natürlich auch das Reinigen von Wunden sollte nur mit abgekochtem Wasser erfolgen, betonte Fenner.
Die Körperpflege indes könne ohne Bedenken mit dem Wasser erfolgen. Die eingesetzte Chlorkonzentration führe auf jeden Fall zu keinerlei gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Bei Fischen sieht das offenbar anders aus, denn der Zweckverband mit Sitz in Diedrichshagen weist darauf hin, dass mit Chlor desinfiziertes Wasser für Aquarien ungeeignet sei. Die Bewohner sollen sich vorläufig auf alle Fälle an das Abkochgebot halten.
